Martin Schulz in Baden-Württemberg

Martin Schulz besuchte am Dienstag gemeinsam mit Leni Breymaier und Andreas Stoch das Gardena-Werk in Niederstotzingen. Im Mittelpunkt stand das Modellprojekt „Verlängerte Werkbank“. Gardena hat in Kooperation mit der AWO Heidenheim und dem Jobcenter Heidenheim Arbeitsplätze für mehrfach gehandicapte langzeitarbeitslose Menschen eingerichtet. Ein Projekt, das den Menschen wieder Sicherheit und Struktur gibt - gleichzeitig Teilhabeperspektiven erhöht. „Arbeit ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes, würdiges Leben“, so Martin Schulz: „Und deswegen ist der zweite Arbeitsmarkt, ist der soziale Arbeitsmarkt, wenn wir ihn bilden – und wir müssen das tun – ein Stück Verwirklichung dieses Anspruches auf Menschenwürde.“

Warum Bad Schönborn Stolpersteine setzt

Stolpersteine in der Leopoldstraße

Erste Verlegung am 26.6.2017

Angesichts des aktuellen Generationswechsels unserer Gesellschaft und dem gleichzeitigen Verlust der Zeitzeugen, besteht die Gefahr, dass die Greueltaten des Nationalsozialismus in den Schubladen der Geschichte aufgeweicht werden, sich in historische Ereignisse einreihen, und so dem Vergessen und der Gleichgültigkeit Vorschub leisten.  Gleichgültigkeit führt zu Desinteresse an Politik und Geschichte, mündet in der Entpolitisierung und mangelnder Empathie.  Elie Wiesel, Auschwitz Überlebender und Friedensnobelpreisträger von 1986 sagte vor dem deutschen Bundestag im Jahr 2000: „ Wer sich dazu herbeilässt, die Erinnerung an die Opfer zu verdunkeln, der tötet sie ein zweites Mal.“

Dieses Zitat könnte auch für seine Lebensaufgabe stehen, denn seit seiner Befreiung im April 1945 wirkt und arbeitet Wiesel gegen das Vergessen, gleichzeitig für Versöhnung und Frieden. 

Diese Grundhaltung des Erinnerns hat sich auch Gunter Demnig durch die Stolpersteine zur Lebensaufgabe gemacht.  Mit bislang über 60‘000 verlegten Stolpersteinen in 20 europäischen Staaten und über 1‘000 deutschen Städten und Gemeinden hat er das größte dezentrale Mahnmal der Welt eigenhändig geschaffen.  Wer stolpert hält inne und denkt nach.  Zehn mal zehn Zentimeter Stein mit aufgesetzter und beschrifteter Messingplatte eingelassen auf dem Gehweg … .  Ein bescheidener Hingucker, nach dem man sich bücken muss, um zu erfahren wer hier gewohnt hat und Opfer der Naziherrschaft wurde.  Diese Opfer haben keine Grabsteine und keine Friedhöfe, die an ihre Namen erinnern.  Gunter Demnig gibt ihnen ihren Namen zurück und sagt in einem Dokumentarfilm bei arte: „Man stolpert nicht und fällt hin, mal stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“ 

Das Stelenfeld in Berlin, das jüdische Zentrum mit Synagoge in München, der Glaskubus in Mannheim sind Beispiele aus der Liste von zentralen Mahnmalen, Gedenkstätten, Museen und Bildungseinrichtungen in Deutschland, die an die Opfer der Nazidiktatur erinnern. 

Ortsgeschichte kann nicht nur aus positiven Erinnerungen und Veränderungen bestehen.  Sie muss geradezu die schrecklichen und schmerzlichen Ereignisse erzählen und aufrechterhalten um vollständig, ehrlich und authentisch zu sein. 

Gunter Demnig gibt den Opfern ihren Namen und ihre Heimat zurück, holt sie aus dem anonymen Gedenken zurück in ihren Ort, in ihre Straße, vor ihr altes Haus. 

Mit sechs Stolpersteinen kommen sechs Menschen zurück in das Bewusstsein von Bad Schönborn und bezeugen unbequem und schmerzhaft, dass das Grauen und das Unrecht auch in kleinsten Gemeinden mit dichtem sozialem Geflecht wüten konnten. 

Selma Isaac’s Stein ist in der Dammstraße zu finden, Franziska Moses‘ liegt in der Bruchsaler Straße.  In der Leopoldstraße sind gleich vier Stolpersteine verlegt.  Emma und Julius Falk, sowie Elsa Falk wurden 1940 deportiert und getötet.  Herbert Falk, Julius‘ Sohn, emigrierte siebenjährig 1938 mit seiner Oma Betty Oestreicher und seinem Onkel Max in die USA, wo er heute 86-jährig noch lebt. 

Sophie Harling und Jutta Fischer von der Musikschule Mehrklang begleiteten die Steinverlegung musikalisch mit Klezmer, der alten jüdisch-osteuropäischen Musikkultur, die ebenfalls fast dem Holocaust zum Opfer fiel.  In würdevoller Zeremonie wurde jede Steinverlegung mit dem Vorlesen der jeweiligen Biografie begleitet.  Regina Brüsewitz, Sophie Harling, Laura Rachor und Nora Fleckenstein gaben den Erinnerten ein Gesicht und eine Geschichte, setzten sie zurück in ihre nachbarschaftliche Vergangenheit. 

Das Ende der Stolpersteinverlegung fand im Sitzungssaal des Rathauses in Mingolsheim statt.  Uta Schäfer und Eike Schmidt-Lange spielten auf Querflöte und Geige unter anderem das Stück „Ha tikva“ – die Hoffnung – das seit 1897 das Nationallied der zionistischen Bewegung und seit 1948 Nationalhymne des Staates Israel ist. 

Die SPD dankt den Initiatoren Angelika Messmer, Tobias Rachor, Hans-Georg Schmitz, Eike Schmidt-Lange und Felix Harling, sowie Gunter Demnig, dem Stolpersteinverleger.

Gehaltsbegrenzung für Manager gefordert

Bericht aus den BNN vom 29.06.2017

Kreisdelegiertenkonferenz der SPD Karlsruhe-Land / Kommunalpolitische Aktionen angekündigt

Anti-Nazi-Kundgebung in Karlsruhe-Durlach

Die Partei "Die Rechte" hatte am 3.Juni zum Tag der deutschen Zukunft nach Karlsruhe gerufen. Es kamen 300 Nazis und 3000 Gegendemonstranten. Leni Breymaier sprach zur Gegenkundgebung.

"Wir brauchen keine Oberlehrer, die bestimmen wollen, wie wir zu leben haben. Heute geht es gegen die Schwulen, morgen gegen die Ausländer. Wir wollen unsere Gesellschaft in Toleranz, gegenseitiger Wertschätzung und Respekt stärken. Wehret den Anfängen!"

Breymaier zum veränderten Personaltableau

"Mich freut es, zwei so kluge, lebenserfahrene und engagierte Frauen in der ersten Reihe zu haben. Manuela Schwesig wird eine starke Stimme für den Osten der Republik. Und Katarina Barley wird eine Familienministerin mit Lebenserfahrung, die weiß, was Familien und Frauen brauchen. Was Hubertus Heil als neuen Generalsekretär betrifft, so kann ich gut verstehen, dass Martin Schulz vier Monate vor der Bundestagswahl auf Erfahrung setzt und nicht experimentiert."

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