Aktuelles
Anfänger erkennt man an ihren frisch glänzenden Kugeln, so behauptet es zumindest ein Sprichwort unter Boule-Spielern. Beim diesjährigen Turnier auf dem Boule-Platz des TSV Oberhausen musste sich bei uns niemand darum sorgen. Die Ortsvereine Waghäusel, Oberhausen-Rheinhausen, Philippsburg und Altlußheim spielten gemeinsam. Die Boule-Abteilung des TSV Oberhausen sorgte dankenswerterweise für die Bewirtung. Ihre Mitglieder standen den Teilnehmenden außerdem mit Rat und Tat zur Seite.
Der Ortsverein Waghäusel musste den Wanderpokal verteidigen – vergeblich. In vier Durchgängen wurde hart gekämpft und um jeden Zentimeter gerungen, und es war ein großer Spaß. Philippsburg hat sich am Ende klar den diesjährigen Wanderpokal verdient. Dafür gratulieren wir herzlich! Im kommenden Jahr richtet der Ortsverein Philippsburg das Turnier aus.
Was das alles mit sozialdemokratischer Politik zu tun hat? Eine ganze Menge. Das vor mehr als 100 Jahren in der Provence erfundene Spiel lebt von drei Prinzipien: Die „liberté“ erlaubt es, überall zu spielen, wo die Kugeln rollen. Die „égalité“ sorgt dafür, dass weder Geschlecht noch Alter einen Vorteil bringen. Und wer mit teuren, glänzenden Kugeln punkten will, gibt sich als Anfänger zu erkennen. Anschluss findet man trotzdem, der „fraternité“ unter Boule-Freunden sei Dank. So wurde es ein geselliger Tag, an dem Anfänger wie geübte Spieler ihren Spaß hatten.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind nicht nur die Spielregeln beim Boule. Es sind auch die Grundwerte der SPD. Einen ebenso alten wie skurrilen Brauch aus Frankreich haben wir allerdings nicht übernommen: Wer eine Partie zu null verliert, muss „Fanny küssen“. Dabei gibt er dem Bild oder der Statue einer Frau mit nacktem Hintern einen Kuss – auf das Gesäß, versteht sich.
Das traditionell am 3. Oktober zum Tag der deutschen Einheit durchgeführte Herbstfest im Foyer der Saalbachhalle muss in diesem Jahr leider enfallen.
Es tut uns leid, Sie aus terminlichen Überschneidungen auf nächstes Jahr vertrösten zu müssen.
Am Samstag wehten in Philippsburg viele Fahnen. Vor der katholischen Kirche standen rund 100 Menschen bei einer Mahnwache – wir als SPD Waghäusel mittendrin. Wenige Meter weiter versammelten sich Menschen zur Kundgebung „1.000 Fahnen für Deutschland“ – ein Zusammenschluss aus Rechtspopulisten und Verschwörungserzählern.
Dagegen sind wir auf die Straße gegangen. Wenn der Hauptredner laut den Badischen Neuesten Nachrichten erklärt, er sei stolz darauf, wenn politische Gegner ihn „Nazi“ nennen, dann zeigt das, wie Geschichtsvergessen dahergeredet wird – und wieweit die Verbrechen des Nationalsozialismus inzwischen in Vergessenheit geraten sind.
Am 3. Oktober feiern wir die Deutsche Einheit. Schwarz-Rot-Gold steht für Freiheit und Demokratie – nicht für die Freiheit, die Würde anderer mit Füßen zu treten. Die deutsche Flagge gehört niemandem allein. Wir lassen sie nicht denen, die laut „Deutschland“ rufen und zugleich die Werte unserer Demokratie kleinreden.
Philippsburg hat an diesem Samstag auch etwas anderes gezeigt: Rund 100 Menschen sind aufgestanden und haben friedlich widersprochen. Darauf kommt es gerade jetzt an. Demokratie verteidigt sich nicht von selbst. Wir tun es.
Filterstaubhalde am Wössinger Zementwerk: Was jetzt geklärt werden muss
Die öffentlich gewordenen Informationen zur historischen Filterstaubhalde am Wössinger Zementwerk beschäftigen derzeit viele Menschen in Walzbachtal. Nach Angaben des Unternehmens lagern dort mindestens 85.000 Tonnen Filterstaub, der in den 1960er-Jahren mit Erde vermischt wurde. Nach Unternehmensangaben enthält das Material unter anderem wasserlösliche Schwermetalle, darunter Chrom (VI). Durch Erosion ist die Situation inzwischen sichtbar geworden.
Für uns ist jetzt vor allem eines wichtig: Die aktuelle Situation muss anhand belastbarer Daten und unabhängiger fachlicher Untersuchungen beurteilt werden.
Dabei geht es um mehrere Bereiche:
Ebenso wichtig ist für uns die Frage, wie die Informationen seit 2021 weitergegeben und bearbeitet wurden:
Wir halten es deshalb für sinnvoll, die verschiedenen Fragestellungen unabhängig und nachvollziehbar untersuchen zu lassen. Dazu gehören aus unserer Sicht insbesondere: belastbare Messungen von Boden, Filterstaub, Sicker- und Grundwasser sowie eine fachliche Bewertung möglicher Staub- und Luftbelastungen. Auch die hydrogeologischen Zusammenhänge und die geotechnische Stabilität müssen berücksichtigt werden.
Erst auf dieser Grundlage lässt sich seriös beurteilen, ob und welche konkreten Gefahren bestehen und welche Verantwortlichkeiten sich daraus gegebenenfalls ergeben. Auch die rechtliche Bewertung möglicher Verantwortlichkeiten von Unternehmen oder Behörden sollte deshalb auf einer belastbaren Rekonstruktion der Fakten und Abläufe beruhen.
Wir begrüßen, dass die demokratischen Fraktionen im Gemeinderat die Situation ernst nehmen und an einer sachlichen Klärung arbeiten. Bei einem Thema, das Boden, Wasser und möglicherweise auch Luft betrifft, sollte die gemeinsame Grundlage nicht die politische Zuschreibung, sondern die möglichst vollständige Aufklärung sein.
Unser Anspruch ist dabei klar: keine Spekulationen, keine Vorverurteilungen, aber auch kein Wegsehen. Die Menschen in Walzbachtal haben Anspruch auf belastbare Informationen darüber, was dort tatsächlich passiert und welche Risiken gegebenenfalls bestehen.
Gemeindeverwaltung und Gemeinderat haben vom Zementwerk erst vor wenigen Tagen im Rahmen eines Bauantrags für die Abstützung einer Steinbruchwand, die der Sicherung der angrenzenden Filterstaubhalde dient, erfahren, dass diese infolge fortschreitender Erosion ihre abdichtende Funktion nicht mehr ausreichend erfüllt. An verschiedenen Stellen sind die giftigen und umweltschädlichen Filterstäube bereits ausgetreten. Es besteht die Gefahr, dass Schadstoffe in die Atmosphäre oder in das Grundwasser gelangen können. Zur Vermeidung erheblicher Umweltschäden plant das Zementwerk, die Felswand in den nächsten 5 Jahren zu sichern.
Bei der Gemeinderatssitzung am Montag hat die SPD-Fraktion dem Werk gegenüber klar verdeutlicht, dass wir eine Beseitigung der Filterstaubhalde fordern. Die rund 880.000 Tonnen Filterstäube, die auch das DNA schädigende Chrom 6 enthalten, sollen entfernt und auf einer dafür vorgesehenen Deponie gelagert werden. Sollte dies nicht möglich sein, muss die Halde sofort abgedichtet werden, so dass von ihr keine Gefahr für die Einwohner Walzbachtals ausgehen kann.
„Dieser Vorgang bildet eine existenzielle Bedrohung für das ganze Dorf“, so die SPD-Fraktion in ihrer Stellungnahme während der Sitzung. „Es kann nicht sein, dass die wirtschaftlichen Interessen des Werks höher eingeschätzt werden als die Gesundheit der Bevölkerung.“
Gemeinsam mit der CDU-Fraktion und der Fraktion der Grünen hat die SPD einen interfraktionellen Antrag gestellt und Sofortmaßnahmen gefordert, um den weiteren Austritt von umweltschädlichen und giftigen Stäuben kurzfristig und zeitnah zu verhindern. Weiterhin bitten wir um Klärung, wie das Werk sicherstellt, dass die giftigen Zementwerkstäube nicht in das Grundwasser gelangen.
Verurteilt haben wir auch die fehlende Transparenz des Werks, dem die Problematik schon seit Jahren bekannt ist!!! Auch das Landratsamt hat gegenüber der Gemeindeverwaltung geschwiegen, was geklärt werden muss.
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