Reden/Artikel
Die erste Ortschaftsratssitzung des Jahres 2026 war zugleich die erste Sitzung mit dem neuen Bruchsaler Oberbürgermeister Sven Weigt.
Herr Oberbürgermeister Weigt gab einen Überblick über die ersten drei Monate seiner Amtszeit. Für Untergrombach brachte er dabei erfreuliche Nachrichten mit: Die Fördermittel des Landes für die Erweiterung der Grundschule wurden bewilligt. Damit ist der Weg für die Erweiterung frei – jetzt ist die Stadt am Zug. Positiv hervorgehoben wurde zudem die Partnerschaft mit unserer Partnergemeinde Ste. Marie aux Mines.
Unverständlich blieb allerdings, dass der Oberbürgermeister nicht auf das weiterhin bestehende Ortsvorsteherproblem einging.
Die aktuelle Situation ist für große Teile des Ortschaftsrats nicht hinnehmbar. Der Ortschaftsrat hatte mehrheitlich Heribert Gross gewählt. Oberbürgermeister Weigt sagte im Laufe der Sitzung zu, zu diesem Thema Gespräche mit allen beteiligten Parteien führen zu wollen. Wir nehmen ihn beim Wort und erwarten, dass diese Gespräche zeitnah stattfinden. Weitere Ausführungen hierzu sparen wir uns an dieser Stelle.
Den Schwerpunkt der Sitzung bildete die Vorstellung des städtischen Sachstands zum Bahnprojekt Gütertrasse Mannheim–Karlsruhe. Frau Klingmüller, Amtsleiterin des Stadtplanungsamts, stellte den aktuellen Planungsstand vor. Die Deutsche Bahn hat sich für die Variante R4 entschieden. Diese sieht vor, die neue Güterbahntrasse entlang der Autobahn A5 auf Höhe Büchenau an Untergrombach vorbeizuführen.
Für uns ist klar: Die neue Bahntrasse bringt erhebliche Eingriffe sowie zusätzliche Lärmbelastungen mit sich. Gleichzeitig eröffnet sie jedoch auch die Chance auf wirksamen Lärmschutz. Aus Untergrombacher Sicht muss daher ein umfassender, bedingungsloser Lärmschutz oberste Priorität haben – und zwar einschließlich eines wirksamen Schutzes vor dem Lärm der Autobahn A5. Ein ausschließlich auf die neue Bahntrasse begrenzter Lärmschutz reicht nicht aus.
Nachfolgend finden Sie die vollständige Stellungnahme unserer Fraktion.
Stellungnahme der SPD-Fraktion im Ortschaftsrat Untergrombach
Zum Bahnprojekt Gütertrasse Mannheim – Karlsruhe
Das Bahnprojekt Gütertrasse Mannheim–Karlsruhe ist Teil einer wichtigen europäischen Verbindung zwischen Rotterdam und Genua. Die Planungshoheit für dieses Projekt liegt bei der Deutschen Bahn beziehungsweise beim Bund.
In Zeiten des Klimawandels und eines stetig wachsenden Transportbedarfs ist der Ausbau der Bahnkapazitäten richtig und notwendig. Die grundsätzliche Notwendigkeit einer neuen Gütertrasse stellen wir nicht in Frage. Wir wollen die einzelnen Planungsschritte jedoch aktiv und konstruktiv begleiten. Für Untergrombach steht bei diesem Thema der Lärmschutz an oberster Stelle.
Die von der Bahn präferierte Streckenführung der Variante R4 soll auf der Büchenauer Seite entlang der Autobahn A5 an Untergrombach vorbeiführen. Untergrombach ist bereits heute stark von Lärm betroffen. Die B3 und die bestehende Bahnlinie zerteilen den Ort, und die A5 führt ohne wirksamen Lärmschutz oder ein lärmreduzierendes Tempolimit an Untergrombach vorbei.
Der Neubau der Bahntrasse wird unweigerlich zu einer weiteren Erhöhung der Lärmbelastung führen.
Bereits im Jahr 2016 haben wir uns zur Bahntrasse geäußert und einen maximalen Lärmschutz gefordert. Auch einen effektiven Schutz vor dem Autobahnlärm fordern wir als SPD Untergrombach seit vielen Jahren. Der Lärmschutz für die neue Bahntrasse muss daher zwingend auch die Lärmemissionen der A5 wirksam reduzieren.
Zusätzlich zur Planung der neuen Bahntrasse ist der achtspurige Ausbau der Bundesautobahn 5 weiterhin im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen. Ein solcher Ausbau würde einen weiteren Verlust wertvoller Naturflächen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft bedeuten und die Autobahn noch näher an die Wohnbebauung Untergrombachs heranführen.
Mit dem Bau der neuen Bahnstrecke sollte dieser Ausbau nicht mehr notwendig sein.
Gütertransport gehört auf die Schiene und nicht auf die Straße. Dies wäre sowohl gut für die Umwelt als auch für die lärmgebeutelten Untergrombacher Anwohnerinnen und Anwohner.
Der Bau der neuen Bahnlinie bedeutet einen Verlust von Naturflächen in unserer direkten Nachbarschaft. Ausgleichsflächen sollten daher auf den Gemarkungen der Ortschaften Büchenau und Untergrombach verbleiben.
Von Anja Krug, SPD-Fraktionsvorsitzende Bruchsal
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