In seiner Stellungnahme spricht sich der Fraktionsvorsitzende im Bruchsaler Gemeinderat EF Schäfer für eine Bebauung des Geländes 'Im Brühl' aus, allerdings unter den Gesichtspunkten einer hochwertigen, langfristigen baulichen Nutzung. Ob die gegenwärtigen Anwärter auf das Gelände diesen Vorgaben Rechnung tragen, stellt EF Schäfer allerdings in Frage.
„Im Brühl“
Eröffnung des Bebauungsplanverfahrens
GR am 31.März 2009
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Herr Bürgermeister,
werte Kollegen,
betrachtet man die Fläche „Im Brühl“ vom Flugplatzgelände aus,
dann ist ohne Zweifel „Im Brühl“ Bestandteil eines Grünzuges der Frischluft in Richtung Innenstadt durchlässt.
Schauen wir von der alten B 35, der heutigen Kammerforststrasse auf die gleiche Fläche, so kommt unweigerlich die Frage: Warum bebauen wir diese südliche Seite der Kammerforststrasse nicht?
Diesen Grundsatzstreit wollen wir heute mit einem Ja zur Bebauung beantworten.
Dieses Ja fällt deshalb leichter , weil im gerade beschlossenen FNP
wichtige Flächen wieder Grünland werden oder bleiben, dazu zählen wir Kleinwendelrot und Krottbach. Beide Flächen sollen nicht mehr einer Baunutzung zugeführt werden.
Hoffentlich hält dieser Beschluss länger als der FNP.
Wenn „Im Brühl“ Baufläche werden soll, noch hat der Regionalverband mit seinen Auflagen die Hand darauf, dann müssen wir Gemeinderäte darauf achten, dass dieses hochwertige Gelände nur für eine bauliche Nutzung von hohem Wert freigegeben wird.
Also nachhaltige Nutzung mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen,
Ausbildungsplätzen und guter Steuerkraft. Soweit erkennbar auch langlebig und nicht heute beginnen und morgen schon wieder schließen.
Wir hatten das alles schon in Bruchsal erlebt.
Alle diese Fragen werden mit der heutigen Vorlage noch nicht beantwortet!
Wir müssen deshalb nachfragen. Ist Prologis ein Investor der als weltweiter Logistiker unsere hochwertige Grundfläche „Im Bühl“ nachhaltig bebauen und betreiben kann? Sind die Einbrüche der Logistiker in der weltweiten Krise ein Zeichen von Übersättigung dieser Branche?
Wird L’Oreal nach den Umstrukturierungen des Unternehmens noch die Gewerbesteuer in Bruchsal aufbringen, die uns bisher für dieses Unternehmen positiv gestimmt hat?
Noch ist da für uns Gemeinderäte keine klare Aussage und Sicht in die Zukunft vorhanden.
Gerade die knapp gewordenen Gewerbeflächen in Bruchsal und ihre
offensichtlich begehrte günstige Verkehrslage müssen uns Gemeinderäte zu einer genaue Prüfung veranlassen, die nachhaltig Bestand hat.
Das sind keine Steine in den Weg gelegt, sondern ist ein sorgsames
Prüfen und Abwägen vor einer Entscheidung. Dazu sind wir als Stadträte verpflichtet.
Niemand kauft heute noch eine Katze im Sack geschweige denn unverständliche Papiere einer Bank.
Wir stimmen nur der Eröffnung des Bebauungsplanverfahrens zu.
Noch keine Vorauszustimmung für ein bestimmtes Projekt.
Hier sind weitere ausführliche Daten notwendig.
E-F Schäfer
Stadtrat
Fraktionsvorsitzender SPD
31.März 2009