SPD-Stellungnahme zum Starkregenereignis

Veröffentlicht am 07.05.2025 in Fraktion

Alexandra Nohl für die SPD-Fraktion

Vielen Dank für den ausführlichen Vortrag, Herr Krempel.

Die Vorlage und der Vortrag machen deutlich: Es braucht entschlossenes, gemeinsames Handeln aller Beteiligten, wir können nicht mehr davon ausgehen, dass 100jährliche Hochwässer tatsächlich nur alle 100 Jahre vorkommen, sondern mit dem Klimawandel uns deutlich häufiger betreffen werden – was wir früher als Wetter bezeichnet haben, sind heute Warnstufen. Daher müssen Kommune, Verwaltung, Landwirte, Bürgerinnen und Bürger Hand in Hand und konstruktiv miteinander arbeiten. Im Vortrag hat man nun deutlich gesehen, je mehr Versiegelung durch Siedlungsgebiete stattfindet, desto höher wird der Wasserdruck.

Die SPD Fraktion,  nehmen die Vorlage positiv zur Kenntnis, einige Anmerkungen jedoch.

Alles war wir auf unserer Gemarkung unternehmen, um unsere Bürger:innen zu schützen, schützt auch sämtliche Unterlieger, daher ist eine interkommunale Zusammenarbeit unabdingbar, vor allem müssen wir aber die betroffenen Menschen denken, die sich mit Müh und Not ein Eigenheim angespart haben und einen immens großen Schaden erlitten haben. Zum Glück nur materiell: der emotionale Schaden aber ist enorm!

Technische Infrastruktur und Schwammstadt

Einfache, aber extrem teure Lösungen wie Kanalaufdimensionierungen allein genügen nicht , bei sämtlichen neuen Baugebieten, bei Spielplätzen, Gehwegen und Straßen müssen Schwammstadtprinzipien mitgedacht und berücksichtigt werden; mehr Grüninseln, Versickerungsmöglichkeiten und Entsiegelung. Ein reines Ablaufen des Wasser in den betroffenen Gebieten reicht u.U. nicht aus. Zumal sich in Helmsheim das Wasser an der B35 undam Lärmschutzwall gestaut hat. Wie kann also hier das Wasser ablaufen?

Eine wassersensible Quartiersentwicklung ist essenziell – von Dachbegrünung bis zur Vermeidung von Schottergärten. Statt einheitlich geschlossene Teerdecken in Wohngebieten: Pflasterarbeiten.

Dem Grunderwerb und dem Flächentausch stimmen wir grundsätzlich zu um den Schutz vor Starkregen zu verbessern.

Optimierung der Abläufe und Strukturen

Die bestehenden Prozesse sind teils überbürokratisiert und langsam. Flurneuordnungsverfahren dauern bis zu 30 Jahre – das ist angesichts der Dringlichkeit untragbar. Es braucht eine klare Priorisierung der wichtigsten Projekte und eine Entkopplung freiwilliger Leistungen vom Haushalt, um schneller reagieren zu können. Benennung der ersten Schritte, die zeitnah und schnell umzusetzen sind.

Auch beim HWR Becken in Helmsheim muss es schneller vorangehen, um die Entwässerung unter der B35 zu ermöglichen.

Flächenvorsorge und Rückhalt

Flächenerwerb, Flächentausch sowie gezielte Tieferlegung vorhandener Flächen (z. B. parallel zur B35) ermöglichen einen dezentralen Wasserrückhalt und können auch außerhalb der „Regenzeiten“ naturnah gestaltet werden, für die betroffenen Gebiete ist es auch wichtig, schnelle Lösungen aufzuzeigen, um Zeichen zu setzen, dass sich etwas tut. Natürliche Rückhalteflächen wie bspw. Ackerflächen könnten durch Erhöhung der Weges als Damm und Schaffung eines Auffangbeckens kurzfristig aktiviert werden, sowie die Renaturieren und Aufweitung von Gräben, und Bachläufe, Retentionsflächen oder auch das „Tieferlegen“  an anderen neuralgischen Punkten, genannte Maßnahmen verbunden mit Aufforstung und Ersatz von Bäumen, schaffen zusätzlichen Rückhalt und können ein Gewinn für Flora und Fauna sein, so wie in anderen betroffenen Gebieten in der Republik. 

Dabei ist auch an die regelmäßige und vor allem gründliche Reinigung der vorhandenen Ablaufflächen zu denken!

Schon seit Jahren fordert die SPD Fraktion in vielen Stellungnahmen mehr Platz fürs Wasser. 

Ackerrandbegrünung, Erosionsschutzstreifen und Baum-/Buschpflanzungen an Feldrändern verhindern Bodenabtrag und schützen wertvollen Ackerboden, der sonst im Ort landet, HR. Krempel hat’s gesagt.

Bürgerbeteiligung und Selbstschutz

Wir fordern ein Format wie eine regelmäßige Bürgeranhörung, unterstützt durch die IG Starkregen, sie kann Wissen bündeln und Vertrauen aufbauen. Zentrale Sammlung von Bild-/Filmdokumentationen können auch hilfreich sein.

Der Eigenschutz steht an erster Stelle und ist klar kommuniziert, Information via App verfügbar, Rückschlagklappen, Versicherung, Kellerfenster, Türen, Spundwände usw. schützen den Besitz. 

Für nahhaltige Maßnahmen, auch im Sinne des Umweltschutzes, muss die Kommune und das Land sorgen. 

Für Helmsheim wäre die B35 Untertunnelung noch eine weiterer Lösungsansatz.

„Klimaschutz ist Hochwasserschutz ist Lebensschutz.“ – Die Extremniederschläge vom 13.8.2024 mit 115 l/m² zeigen: Der Klimawandel ist da. Unsere Maßnahmen können ihn nicht verhindern, aber unsere Reaktion darauf gestalten. Jeder Quadratmeter für das Wasser zählt. Jeder Baum, jede Maßnahme in der Fläche ist aktiver Schutz – für unser Leben, unsere Infrastruktur, unsere Zukunft. Ebenso wie jedes Gramm CO2 das wir einsparen.

Es ist davon auszugehen, dass solche Extremwetterereignisse künftig häufiger und intensiver auftreten werden – nicht nur hier, sondern auch an anderen Orten. Der anthropogene Klimawandel verstärkt weltweit die Wahrscheinlichkeit für Starkregen, Überschwemmungen und Überlastungen der Entwässerungssysteme. Das verpflichtet uns zum vorausschauenden Handeln – jetzt! 

Aktiv gegen den anthropogenen Klimawandel muss die gemeinsame Antwort sein!

 

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