Kippt das SEPA-Projekt?

Veröffentlicht am 02.09.2008 in Kommunalpolitik

Der von vornherein misslungene Versuch, mit dem SEPA-Projekt die kriegszerstörte Stadtmitte städtebaulich zu reparieren und die Innenstadt durch die Ansiedlung eines oder mehrer Einzelhandelsmagneten attraktiver zu machen, steuert auf seinen Höhepunkt zu: nämlich auf sein Scheitern.
Blättern wir kurz zurück...

Die Stadt (=der Oberbürgermeister) hat – ohne zuvor im Gemeinderat auch nur einen Beschluss fassen zu lassen - mit einem dürren Schreiben an potentielle Investoren den Rahmen abgesteckt, was und wie gebaut werden sollte.

Die knappen Angaben waren kaum geeignet, Klarheit bei den potentiellen Investoren zu schaffen und noch weniger enthielten sie etwas, das man als gemeinderätliche/städtische Gestaltungsvorstellung hätte auffassen können.

Bereits zu Zeiten von Udo Schäfer hatte die SEPA einen Auftrag zur Bebauung eines Teilbereiches erhalten.
Nach zahlreichen Merkwürdigkeiten wurde das damalige Verfahren – auch und gerade durch den Widerstand der SPD-Fraktion – gestoppt.

Allerdings hatte Doll (aus welchem Grund auch immer) der SEPA gegenüber offenbar die vollmundige Versprechung abgeliefert, dass das Projekt auf jeden Fall kommen werde. Auf das alte Datenmaterial konnte die SEPA daher als einziger Wettbewerber zurückgreifen und, damit auch gar nichts schief geht, erfand Doll (im Nachhinein!) ein Ausschlusskriterium:
Bauen dürfe nur derjenige, der Tengelmann ansiedle. Den aber hatte nur die SEPA im Angebot.

Nun will Tengelmann aber sein derzeitiges Ladengeschäft behalten. Dieses gehört zum Komplex des Karlsruher Immobilienkaufmanns A., der schon die ganze Zeit darauf hinarbeitete, seinen besten Mieter nicht zu verlieren. Wie unter diesen Umständen der Vertrag zwischen SEPA und Tengelmann aussieht, kann man sich daher nur schwer vorstellen.

Den Konflikt mit A. muss sich die Stadt übrigens auch aus einem anderen Grund zuschreiben: Vor einiger Zeit ließ der Investor, über einen sehr bekannten und potenten Hamburger Projektentwickler anfragen, ob die Stadt das in der Stadtmitte befindliche und an seinen Komplex angrenzende Feuerwehrareal verkaufen wolle, damit er, A., sein Areal neu gestalten könne – mit einem eigenen Parkhaus.
Diese Aufwertung des Areals, um das ergänzend hinzuzufügen, hielt vor vielen Jahren auch die Bruchsaler Stadtplanung, die damals noch um eine Verbesserung bemüht war, für notwendig.

Heute indessen zeigt sich die Stadt völlig desinteressiert und ließ sich nicht einmal zu einer qualifizierten Erklärung herab, wohl auch, um das SEPA/Tengelmann/Doll – Projekt nicht zu gefährden. Eine Unglaublichkeit, die ihresgleichen sucht.

Wie fragil das ganze Projekt ist, hat die SPD-Stadtratsfraktion bereits bei ihrer Ablehnung dargestellt:
Die Einbeziehung des Rathauses in das SEPA-Projekt weitet sich zu einem finanziellen Desaster für die Stadt aus und ist nur als eine architektonische Barbarei zu bezeichnen.

Auch gelingt es SEPA offenbar nicht, einen Bauträger zu finden, der mit verlässlichen Konditionen in dieses Risikoprojekt einsteigt, denn gerade die Kosten für den Rathausteil lassen sich finanziell kaum kalkulieren. Unter diesen Umständen legt sich ein Bauträger nicht fest. Auch sind Aufträge im Baugewerbe keine Mangelware mehr, so dass sich niemand fremde Risiken aufhalsen müsste.

Quintessenz: Das wegen der Handelseffekte und gestalterischen Planung äußerst fragwürdige Projekt steht vor dem Ende - mit dem Resultat, dass schon jetzt Folgeinvestitionen von Einzelhandelsgroßfirmen abgelehnt werden.

 

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