Volles Haus, offene Gespräche und ein neuer Aufbruch: Über 40 Mitglieder und Gäste kamen im Restaurant Ambiente in Bad Schönborn zusammen. In einem neuen, bewusst interaktiven Format der Jahreshauptversammlung ging es nicht nur um Vorstandswahlen, sondern um gemeinsame Ideen für die Zukunft der Gemeinde.
Der Blick nach New York sorgte dabei zunächst für Neugier. Warum schaut ein Ortsverein in einer Kurgemeinde so weit über den Atlantik? Die Antwort lag schnell auf dem Tisch: Anlass war die jüngste Bürgermeisterwahl in der Metropole, bei der der frisch vereidigte Bürgermeister Zohran Mamdani mit einem sozialen Kurs überzeugen konnte. Erfolgreiche progressive Wahlkämpfe zeigen, dass Politik dann wirkt, wenn sie Haltung zeigt, klare Lösungen anbietet und eine Sprache spricht, die Menschen erreicht. Genau diese Mischung aus Nähe, Empathie und Mut will die SPD Bad Schönborn weiter stärken.
„Uns geht es nicht darum, New York zu kopieren“, erklärte der Vorsitzende Dennis Eidner. „Uns geht es darum zu verstehen, wie Politik wieder begeistert, Vertrauen schafft und Menschen zusammenbringt. Gerade in angespannten Zeiten braucht es Mut, Zusammenhalt und den Willen, gemeinsam nach vorne zu gehen. Bad Schönborn soll sozial, klimafreundlich und lebenswert bleiben – dafür setzen wir uns ein.“
Politik im Dialog
Dass dieser Ansatz bereits gelebt wird, zeigen die vielen offenen Formate des Ortsvereins: Frühlingsbrunch, Weinerei, Weihnachtshof oder Aktionen wie der Spielplatzcheck haben regelmäßig ganz unterschiedliche Menschen ins Gespräch gebracht. Auch niedrigschwellige Angebote wie „Pudding mit Gabel essen“ haben viele junge Menschen zusammengebracht – das erfolgreichste Jugendbeteiligungsformat der Gemeinde im Jahr 2025.
„Diese Begegnungen sind echte Räume für Austausch“, sagte Alessia Imperiale, stellvertretende Vorsitzende. „Hier sind Menschen zusammengekommen, haben einander zugehört und ihre unterschiedlichen Perspektiven eingebracht. Genau so wird Demokratie vor Ort gestärkt.“
Auch der Ortsverein spiegelt diesen Aufbruch wider: Immer mehr junge Menschen bringen sich aktiv ein, Jusos und SPD arbeiten eng zusammen und erreichen mit Aktionen vor Ort und Social Media viele Menschen.
Neues Vorstandsteam, klare inhaltliche Schwerpunkte
Personell hat sich der Ortsverein neu aufgestellt: An der Spitze stehen weiterhin Dennis Eidner (Vorsitzender) und Alessia Imperiale (stellvertretende Vorsitzende). Die Finanzen verantwortet Helga Weinmann-Hanke, die Schriftführung hat nun Özlem Mirwald übernommen. Orhan Karahan kümmert sich künftig um Kampagnen, Jörg Hanke weiter um die Pressearbeit.
Als Beisitzerinnen und Beisitzer wurden Clemens Hormuth, Helen Hanke, Johannes Amann, Heidi Wolf-Peifer, Yara Heinzmann und Tommy Ruhland gewählt. Die Gemeinderäte Rudolf Köpp (Bad Schönborn) und Benno Homann (Kronau) bringen ihre Erfahrung zusätzlich als kooptierte Mitglieder in die Vorstandsarbeit ein.
Inhaltlich standen vor allem drei Themen auf der Jahreshauptversammlung im Fokus: Kinderbetreuung, Klima und Wohnen. Die SPD hat sich seit Jahren für gerechtere Kita-Gebühren eingesetzt und verbindet dies nun klar mit der anstehenden Landtagswahl.
Der anwesende Landtagskandidat Christian Holzer machte deutlich: „Mit der Landtagswahl am 8. März haben wir die Chance auf echte Veränderung. Gebührenfreie Kitas sind machbar, wenn das Land Verantwortung übernimmt – so wie es viele andere Bundesländer längst tun. Wir brauchen eine Landesregierung, die Kommunen wieder in den Mittelpunkt stellt, denn dort wird Zusammenhalt konkret gelebt.“
Beim Klimaschutz setzt die SPD auf wirtschaftlich gedachte Lösungen: Ausbau erneuerbarer Energien, Bürgerenergieprojekte und weitere Photovoltaik-Vorhaben sollen Kosten senken und die Gemeinde unabhängiger machen. „Klimaschutz ist keine Belastung, sondern eine wirtschaftliche Chance“, sagte Dennis Eidner. „Jede Kilowattstunde aus eigener Energie stärkt unseren Haushalt und entlastet die Menschen.“
Beim Thema Wohnen fordert die SPD mehr Initiative für bezahlbaren Wohnraum, insbesondere für Familien und kleinere Haushalte. Gemeindeeigene Flächen sollen klug genutzt werden – sozial, nachhaltig und mit Blick auf die langfristige Entwicklung der Gemeinde.
Zusammenhalt bewahren, mutig nach vorne gehen
Deutlich hat sich der Ortsverein auch gegen die geplante Deckelung bei der Jugendförderung der Vereine positioniert. Einsparungen an dieser Stelle seien kurzsichtig und würden dem Ehrenamt und dem sozialen Miteinander schaden. Kompromisse seien hier möglich, aber nicht auf Kosten der Zukunft.
In kleinen Gruppen haben die Mitglieder bereits konkrete Impulse gesammelt: U.a. mehr Begrünung öffentlicher Plätze, verlässliche Mobilität, neue Beteiligungsformate sowie Energie- und Wohnprojekte.
Neben Holzer war auch die Bundestagskandidatin Neza Yildirim zu Gast. Der Ortsverein hat ihr ausdrücklich für ihren Einsatz im Bundestagswahlkampf und ihr Engagement für eine starke, solidarische Demokratie gedankt – auch über Wahlkämpfe hinaus.
Ein Dank gilt auch dem Restaurant-Team Ambiente für die offene Atmosphäre und den passenden Rahmen.
Das Fazit des Abends: Demokratie lebt vom Mitmachen. Die SPD will diesen Weg weitergehen: mutig, solidarisch und mit dem Blick nach vorne.