
Am Samstag wehten in Philippsburg viele Fahnen. Vor der katholischen Kirche standen rund 100 Menschen bei einer Mahnwache – wir als SPD Waghäusel mittendrin. Wenige Meter weiter versammelten sich Menschen zur Kundgebung „1.000 Fahnen für Deutschland“ – ein Zusammenschluss aus Rechtspopulisten und Verschwörungserzählern.
Dagegen sind wir auf die Straße gegangen. Wenn der Hauptredner laut den Badischen Neuesten Nachrichten erklärt, er sei stolz darauf, wenn politische Gegner ihn „Nazi“ nennen, dann zeigt das, wie Geschichtsvergessen dahergeredet wird – und wieweit die Verbrechen des Nationalsozialismus inzwischen in Vergessenheit geraten sind.
Am 3. Oktober feiern wir die Deutsche Einheit. Schwarz-Rot-Gold steht für Freiheit und Demokratie – nicht für die Freiheit, die Würde anderer mit Füßen zu treten. Die deutsche Flagge gehört niemandem allein. Wir lassen sie nicht denen, die laut „Deutschland“ rufen und zugleich die Werte unserer Demokratie kleinreden.
Philippsburg hat an diesem Samstag auch etwas anderes gezeigt: Rund 100 Menschen sind aufgestanden und haben friedlich widersprochen. Darauf kommt es gerade jetzt an. Demokratie verteidigt sich nicht von selbst. Wir tun es.


