Vorgetragen von Fraktionschef EF Schäfer:
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Gemeinderat hat heute zwei Vorlagen zur Angelegenheit Brandschutz im Justus-Knecht-Gymnasium erhalten.
Die Verwaltungsvorlage und ein Gutachten sagen aus:
„Der bisher bestehende 2. Fluchtweg über die Klassenzimmerfenster, aus denen die Feuerwehr mittels Leitern die gefährdeten Personen evakuieren könnte, ist nicht ausreichend.“
Die Vorlage nennt Lösungen. Sie kosten viel Geld, wie immer, wenn nachträglich etwas verbessert oder aufgerüstet werden muss:
Außentreppenhäuser 400 000,-- Euro
Man kann erschrecken über diesen Betrag,
Man male sich aber bitte auch den Schrecken aus, wenn geschehen würde, was niemand erhofft, was wir aber auch nicht steuern können: Feuer im JKG.
Die zweite Vorlage kommt von der BNN-Bruchsal.
Da lasen wir doch tagelang:
„Feuer im Karlsruher Zoo, Streichelzoo total abgebrannt, 26 Tiere tot, Sorge um die Elefanten mit ihren großen Brandwunden“
Und die BNN löste damit ein kleines Spendenwunder in Karlsruhe aus.
Heute dagegen ein Artikel mit der Überschrift:
Brandschutz belastet kommunale Finanzen.
Zwischentöne: „Es geht auch um Rechtssicherheit für die Verantwortlichen.“
Die rein bilanztechnische Betrachtungsweise mit Zitaten unserer Stadtratskollegen dazu ist in keiner Weise geeignet, dem sensiblen Thema „Brandschutz am JKG“ gerecht zu werden.
Was steht bzw. stand da gestern im Vordergrund?
• Ernste Sorge um die kommunalen Finanzen? oder
• Fürsorge für die Schüler, Kinder, Enkel und Lehrer?
Kommunale Selbstverwaltung ist vorrangig kommunale Daseinsvorsorge,
das bedeutet deutlich mehr als Parkplätze schaffen und eine Innenstadt gestalten!
Diese kommunale Daseinsvorsorge gibt es nicht zum Nulltarif, siehe Kosten für Trinkwasser oder Abwasser.
Kommunale Daseinsvorsorge ist auch nicht allein betriebswirtschaftlich darstellbar. Sie bringt für die kommunalen Finanzen keinen messbaren Ertrag!
Aber ein messbares Gefühl der Sicherheit für Schüler, Kinder, Enkel, Lehrer und Feuerwehrleute an unserem JKG.
Über Sicherheitsmaßnahmen und ihre Kosten muss gesprochen werden,
aber eben nicht allein betriebswirtschaftlich.
Ich kenne ein Unternehmen, das vor Jahrzehnten jeden Brandschutz kritisch hinterfragte, bis zu jenem Tag, an dem trotz der Überzeugung „bei uns brennt es nie“ eine Schlüsselfunktion in Flammen aufging.
Seitdem ist Brandschutz ein vornehmes Thema aller Führungskräfte.
Brandschutz- und Sicherheitsmaßnahmen diskutiert man nicht so laut in der Öffentlichkeit und stellt sie auch nicht noch in Frage.
Jeder Wahnsinnige oder Irregeleitete muss sich doch freuen über die Informationen, die er so mühelos gewinnen kann.
Sicherheitsmaßnahmen führt man leise durch!
Die gute positive Erfolgsmeldung im hoffentlich nie eintretenden Ernstfall
ist dann die eigentlich wichtige Schlagzeile und die dann bitte ganz groß!
Wir stimmen dem Bau der Fluchttreppenhäuser zu.
SPD Fraktion
E-F Schäfer