SPD gegen Probebohrung unter Wasserschutzgebiet

Veröffentlicht am 18.05.2018 in Kontra

solch ein Bohrturm würde direkt am Wasserschutzgebiet errichtet

Stellungnahme zur Aufsuchung von Erdöl durch die Firma Rheinpetroleum GmbH

Als erstes möchten wir den betroffenen Fachämtern der Stadt Bruchsal und namentlich Herrn Dr. Oertel vom Rechtsamt danken, dass Sie sich aus unserer Sicht gründlich und konsequent in das Thema eingearbeitet und eine entsprechende Stellungnahme verfasst haben. Wer diese Stellungnahme liest erhält eine Ahnung davon, welchen Tiefgang dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes aufweist. Über solidarische Unterstützung seitens unserer Nachbarkommunen – insbesondere aus Weingarten - würden wir uns in dieser Hinsicht freuen. Es kann nicht sein, dass man durch den Standort des Bohrbetriebs in Weingarten versucht, beide Kommunen gegeneinander auszuspielen.

"Erdöl ist eine nutzlose Absonderung der Erde. Seiner Natur nach ist es eine klebrige Flüssigkeit, die stinkt und in keiner Weise verwendet werden kann."  Russische Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 1806. Diese Erkenntnis ist inzwischen wiederlegt. Fakt ist aber nach wie vor, dass von der Förderung von Erdöl auch Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen können. Ich unterstelle der Firma Rheinpetroleum, dass sie schon im eigenen Interesse gründlich arbeiten und alle möglichen Fehler vermeiden möchte. Angesichts der schlichten Tatsache, dass aber bereits ein Tropfen Öl 6000 Liter Wasser verunreinigen kann, scheint mir das Risiko zu hoch. Dieses wird unserer Ansicht nach durch die geplante Schrägbohrung, die technisch sicher noch schwieriger zu bewerkstelligen sein wird, erhöht. Das Durchstechen unseres Grundwasserflusses können wir nicht gutheißen.

Wir kritisieren auch, dass die Stadt Bruchsal die Initiative dafür ergreifen musste, dass heute über dieses Thema informiert wird. Bei den Voruntersuchungen, die 2011 initiiert wurden, hatten wir noch das Gefühl, dass offensiv auf uns zugegangen wurde. Es bleibt so ein bitterer Nachgeschmack, dass das daran gelegen haben könnte, dass man uns dafür als Vermittler gebraucht hat. Eben dieser Vermittler, die Stadt Bruchsal mit ihren Vertreterinnen und Vertretern, soll jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Herr des Verfahrens ist jetzt das Bergbauamt in Freiburg, das sich bisher nicht gerade um einen aktiven und konstruktiven Austausch zum Thema bemüht hat. Gut finden müssen wir das als betroffene Kommune nicht. Von der Kultur des Zuhörens, die Ministerpräsident Kretschmann immer wieder propagiert, ist leider wenig zu spüren. Transparenz geht anders.

 In einem Artikel in der Vorbereitung auf die heutige Sitzung habe ich ein Zitat gelesen: "Denn Erdöl ist nicht nur Rohstoff, sondern auch Drohstoff." . Uns scheinen die Bedrohungen für unser Grundwasser und unseren Boden bei einer möglichen Probebohrung „Steig 1“ zu groß.

Ich persönlich hoffe, dass ich mein Rentenalter in einer Welt erleben darf, in der fossile Brennstoffe das sind, was heute Fossilien sind: Zeugen einer Vergangenheit. Sauberes Trinkwasser wird man aber auch dann noch brauchen. Daher scheint es aus Sicht der SPD-Fraktion den Preis nicht wert, dass man zur Förderung einer wohl relativ geringen Menge an Erdöl Grundwasser, unsere existenstiellste Ressource, gefährdet.

„Der härteste und wichtigste Kampf des 21. Jahrhunderts wird ohne Waffen geführt. Die Werkzeuge dieses Kampfes heißen: Energieeffizienz, Energie sparen und erneuerbare Energien.“ - so der Untergrombacher Franz Alt. In diesen entsprechenden Prozesse sollten wir unsere Energie, Kreativität und Forschungtätigkeiten verstärkten.

Die SPD-Fraktion befürwortet die kritische Stellungnahme der Stadt Bruchsal zum Thema „Aufsuchung von Erdöl durch die Firma Rheinpetroleum GmbH“ gegen dieses Vorhaben an das Regierungspräsidium Freiburg zum Bergrechtlichen Zulassungsverfahren „Steig1“ gem. § 54 Abs. 2 BbergG. und lehnt eine Probebohrung zur möglichen Förderung von Erdöl auf der Gemarkung ab.

Für die SPD-Fraktion Anja Krug.

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Ortschaftsrat von Untergrombach sieht eine Gefahr für das Grundwasser durch die Erdölprobebohrung und spricht sich gegen die Bohrung aus- >>>

 

Beschlussantrag Ortschaftsrat Untergrombach, 16.5.18

 

Ortschaftsrat von Untergrombach sieht eine Gefahr für das Grundwasser durch die Erdölprobebohrung und spricht sich gegen die Bohrung aus-

Der Ortschaftsrat von Untergrombach spricht sich deutlich gegen die geplante Erdöl-Probebohrung durch die Firma Rheinpetroleum aus.

Das vermutete Ölvorkommen liegt unterhalb unseres Grundwasserspiegels und soll von Weingartener Gemarkung aus angebohrt werden. Dadurch wird es notwendig unseren Grundwasserfluss zu durchstechen mit dem hohen Risiko, dass unser Grundwasser dabei verunreinigt wird. Ein kleiner Unfall, hätte dramatische Folgen für unser Grundwasser. Wir befürchten, dass bei einem - nicht auszuschließenden Unfall – unser Grundwasser für Jahrzehnte oder sogar länger verunreinigt werden kann. Durch die Flussrichtung des dortigen Grundwasserstroms wäre nicht nur Untergrombach, sondern unsere ganze Region betroffen. Sauberes Trinkwasser ist für uns ein hohes Gut, das nicht aus wirtschaftlichen Gründen auf’s Spiel gesetzt werden darf.

Für uns hat der Schutz und Erhalt unserer sauberen Grundwasservorräte eine viel höhere Priorität als die Suche und Ausbeutung eines kleinen Ölvorkommen unterhalb unseres Grundwassers, die alleine wirtschaftlichen Interessen folgt.

Wir erinnern daran, dass sich der Ortschaftsrat bereits in mehreren Sitzungen immer kritisch und ablehnend gegenüber diesem Vorhaben positioniert hat.

Der Ortschaftsrat unterstützt die deutliche Stellungnahme der Stadt Bruchsal gegen dieses Vorhaben an das Regierungspräsidium Freiburg zum Bergrechtlichen Zulassungsverfahren „Steig1“ gem. § 54 Abs. 2 BbergG.

Die Tatsache, dass die Firma Rheinpetroleum für den Bohrplatz nach Weingarten ausweicht und das Grundwasser von dort aus – technisch aufwändig - schräg durchbohrt werden soll, betrachten wir als Zeichen dafür, dass die benachbarten Gemeinden Bruchsal und Weingarten gegeneinander ausgespielt werden, zum Nachteil der Bevölkerung in beiden Orten. Wir fordern deshalb auch die Gemeinde Weingarten auf, gegen das geplante Vorhaben vorzugehen.

Der Ortschaftsrat unterstützt auch den Antrag der Stadtwerke Bruchsal hinsichtlich der Ergänzung des Wasserschutzgebiets Bruchsal/Karlsdorf-Neuthard.

Wir richten einen Appell an die Stadt Bruchsal, die Gemeinde Weingarten, das Landratsamt Karlsruhe sowie an die zuständigen Landesministerien sich für den Schutz und den Erhalt unseres sauberen Grundwassers einzusetzen.

 

16.5.2018

 
 

Homepage SPD Untergrombach

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