
Seit der Gründung des AWO Ortsvereins in Waghäusel im Jahr 1969 sind zwei zentrale Aktivitäten von Anfang an fest verankert: die Ortsranderholung für Kinder und der Seniorennachmittag für unsere älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohner. Diese beiden Angebote bestehen nun schon seit über 50 Jahren und sind zu einem wichtigen Bestandteil des sozialen Lebens in unserer Gemeinde geworden. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurde 1919 auf Initiative von Marie Juchacz und anderen engagierten Frauen gegründet und ist aus den Ideen der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung hervorgegangen. Marie Juchacz war eine Pionierin, die als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung das Wort ergriff – ein wahrhaft revolutionärer Moment in der deutschen Geschichte.
Mit ihrer fast 100-jährigen Geschichte zählt die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. Die Mitglieder zahlen ihren Beitrag nicht für einen direkten materiellen Nutzen, sondern aus dem tiefen Wunsch heraus, sozial schwächer Gestellten zu helfen. Dies spiegelt die Grundwerte der SPD wider, aus deren Reihen die AWO entstanden ist. Hilfe zur Selbsthilfe war der Antrieb von Marie Juchacz, und trotz der Verbote durch die Nationalsozialisten baute sich die AWO nach dem Krieg wieder von Grund auf auf, um die große Not der Menschen zu lindern.
Besonders in der Nachkriegszeit fanden viele Kriegswitwen in den Seniorennachmittagen der AWO einen Ort der Begegnung, da sie sich nicht wie die Männer in Wirtschaften treffen konnten. Diese Nachmittage boten den Frauen die Möglichkeit, für einen kleinen Preis Kaffee und Kuchen zu genießen und für einen Moment dem Alltag zu entfliehen.
In diesem Sinne ist es nur verständlich, dass wir als SPD-Fraktion unsere erste Spende aus dem Weihnachtssitzungsgeld an das Seniorencafé der AWO übergaben. Uli Lechnauer-Müller, Manuel Heilig und Susanne Woll überreichten einen Scheck über 150 Euro an das Team um Sonja Herberger. Diese Spende wird es den rüstigen Seniorinnen ermöglichen, einen Ausflug in den Vogelpark zu finanzieren. Bei der Übergabe wurden sie mit großem Applaus empfangen, denn im Seniorencafé gilt nach wie vor: „Alles zum Selbstkostenpreis“ – Kaffee und Kuchen und ein Abendessen. Viele der Gäste freuen sich auf diesen geselligen Nachmittag alle zwei Wochen, an dem gesungen, gespielt und geratscht wird. Es ist uns eine Freude, diese wertvolle Arbeit zu unterstützen.


