Vanessa Riess, Josip Juratovic, Claus Schmiedel, Rolf BeckerGeburtstag feiern und Wahlkampf machen – die Symbiose dieser beiden Elemente gelang gestern der SPD Sulzfeld. Im Bürgerbahnhof präsentierte der Ortsverein den ganzen Tag über eine Ausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der SPD. Morgens war eine stattliche Politikerriege zu Gast, um die lokale Bundestagskandidatin Vanessa Rieß bei ihrem Wahlkampf zu unterstützen.
An der Spitze der Unterstützerfraktion stand Claus Schmiedel. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion der SPD hatte sein Referat nicht von ungefähr unter den Schwerpunkt Leiharbeit und Werkverträge gestellt. Schon am Eingang waren die Besucher mit einer Unterschriftenliste begrüßt worden, in der die Gewerkschaft IGBCE gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen protestierte. „Ein Schulterschluss“, wie Ortsvereinsvorsitzender Rolf Becker bei seiner Begrüßung der rund 40 Gäste meinte.
Dieser Schulterschluss gelinge mittlerweile wieder, nachdem zwischen Gewerkschaft und den Genossen über einen langen Zeitraum hinweg Sand im Getriebe war, wie Claus Schmiedel einräumte.
Ursache dafür sei die Agenda 2010 gewesen, bei der einige handwerkliche Fehler begangen worden seien.
Doch diese Fehler werde die SPD ebenso korrigieren, wenn sie an die Macht kommt, wie die Einführung der Rente mit 67. Das zu verdeutlichen blieben noch 14 Tage bis zur Bundestagswahl. Auch wenn oft die Botschaft verkündet werde: Das Ding ist gelaufen, Rot-Grün hat keine Chance mehr und der Wahlkampf schleppe sich dahin, sei spätestens nach dem Fernsehduell mit Angela Merkel und Peer Steinbrück die Stimmung anders geworden.
Schmiedel ging danach ausführlich auf die Situation rund um die Leiharbeit und Werkverträge ein. Es gebe einen eklatanten Missbrauch selbst bei so renommierten Unternehmen wie Daimler. „Das wollen wir ändern“, sagte Schmiedel: „Wie wollen den Betriebsräten die Möglichkeit eröffnen, da mitzusprechen. Spitzen mit Werkverträgen abzudecken sei in Ordnung. Sie dürfen aber nicht als Instrument benutzt werden, Stammbelegschaften zu reduzieren.
Begrüßt worden waren die Besucher auch von der Sulzfelder Bürgermeisterin. Sarina Pfründer freute sich, so hochkarätige Politiker im Bürgerbahnhof zu haben, dem „Leuchtturm der Gemeinde“. Solche Projekte wünsche man sich einmal im Leben als Bürgermeisterin „und ich habe ein solches gleich zu Beginn meiner Amtszeit erhalten“.
Unter die Zuhörer hatte sich mit dem CDU-Gemeinderat Jürgen Bergsmann und Grünen-Vorsitzendem Uwe Gablenz auch etliche parteipolitische Konkurrenz gemischt.
Text: Arnd Waidelich