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Lothar Binding SPD Ortsvereinsvorständetreffen (Bildrechte bei SPD OV Sulzfeld-Zaisenhausen)
Bundesweites SPD-Ortsvorständetreffen in Gotha/Thüringen vom 23.11.2025 – 25.11.2025
Reisebericht von SPD Vorstandsmitglied Hans-Werner Lamade
Am Sonntag 23.11.2025 war Ankunft am Bahnhof Gotha, von wo die meisten Genossinnen und Genossen mit dem Bus zum Hotel Ahorn in Friedrichsroda abgeholt wurden.
Bereits hier kam es zum ersten Gedankenaustausch.
Den Teilnehmern wurde ein Programm voller Highlights präsentiert:
1. Highlight: Bärbel Bas, Bundesarbeitsministerin und SPD-Bundesparteivorsitzende
Bärbel präsentierte Themen wie Bürgergeld, Arbeitsplatzverluste und Migration. Vom Auftreten her war sie sehr professionell und zeigte eine sehr große Ausstrahlung.
Eine mögliche Alternative zu Lars Klingbeil drängt sich auf. Im darauffolgenden Austausch mit den Genossinnen und Genossen ging Bärbel auf diverse Fragen ein.
Meine Bitte an sie: unserem Bundeskanzler Merz auf die Füße zu treten.
Nicht die Menschen mit Migrationshintergrund nur mit Negativbildern zu belegen.
Die hier gelandeten Flüchtlinge sind in der überwältigenden Mehrheit keine Messerstecher, Terroristen, Stadtbild-Verschandler und Schmarotzer (Gebisssanierung), sondern potentielle Arbeitskräfte, die unsere Kultur bunter gestalten können
2. Highlight: Georg Meier, Innenminister von Thüringen
Georg glänzte mit einer sehr guten und professionellen Rede, die aber im Unterschied zu Bärbel sehr, sehr menschlich und authentisch unterlegt war. Beeindruckend war seine Reaktion auf meine Anfrage zur Atmosphäre im Landesparlament mit den Mitgliedern der AfD-Fraktion.
Es ist kaum auszuhalten neben einem Höcke zu sitzen und dauernd ein Vokabular und eine Polemik aus der NS-Zeit ertragen zu müssen. Höcke und der Rest der Klicke gehen immer mehr dazu über die Abgeordneten der politischen Gegner (alle anderen) auch persönlich anzugehen vielfach unter der Gürtellinie (bezugnehmend auf äußerliches wie Kleidung oder sonstiges Aussehen)
D.h. Es besteht in dieser Partei absolut kein Interesse an ernsthafter politischer Arbeit im Parlament als höchster Institution unserer Demokratie, d.h. kein Interesse an unserem demokratischen System. Leider verfängt Höckes Auftreten wie bei einem Messias:
Beispiel: Seine Aussage „Klimakrise ist nicht menschengemacht“ lässt Tausende jubeln!!!!
3. Highlight: Ausflug nach Eisenach mit Stadtführung und Besuch des ehemaligen Gasthofs „Zum Goldenen Löwen“
Eisenach bietet eine wunderschöne mittelalterliche Altstadt.
Zwei Persönlichkeiten prägen die Geschichte:
Martin Luther besuchte hier die Lateinschule und übersetzte später auf der Wartburg die Bibel aus dem Griechischen.
Johann Sebastian Bach wurde hier geboren und verbrachte in dieser Stadt seine ersten Kindheitsjahre.
Im ehemaligen Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ fand am 07.08.1869 die Gründung der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDAP) statt, als Vorläufer der heutigen SPD.
Heute beheimatet das Haus ein Museum zur Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands SPD.
Als wichtigste historische Entwicklungsschritte der SPD lassen sich nennen:
- 07.08.1869 Gründung der SDAP (Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei)
- 1875 Gründung der SAP (Sozialistische Arbeiterpartei) aus ADAV (Allgemeiner deutscher Arbeiterverein von Ferdinand Lasalle) und der SDAP (von Liebknecht und Bebel)
- 1890 Umbenennung der SAP in SPD
- 1912 gewinnt die SPD erstmals die Reichstagswahlen
- Vor dem 1. Weltkrieg organisieren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mit der SPD Massendemonstrationen gegen Krieg.
- von 1919 bis 1933 entsteht unter maßgeblicher Beteiligung der SPD (Friedrich Ebert) die erste demokratischer Republik in Form der Weimarer Republik.
- Hauptsächlich SPD-Genossinnen und -Genossen leisten Widerstand gegen die NSDAP bis 1945 im In- und Ausland
- 1946 Zwangsgründung der SED und nächste Verfolgung und Ausschaltung der SPD-Genossen durch die russische Siegermacht
- 1989 gründen Ostsozialdemokraten die SDP, die 1990 in die gesamtdeutsche SPD übergeht
4. Highlight: Lothar Binding aus Heidelberg
Lothar Binding war von 1989 – 2000 finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion
Seine Devise war Politik insbesondere Finanzpolitik einfach zu erklären. Dabei bediente er sich hauptsächlich eines Maßstabs oder sonstiger Gegenstände aus dem Haushalt zur Verdeutlichung.
Er erreichte damit zu seiner Zeit einen Unterhaltungswert bei den Bundestagsdebatten, die auch bei schwerster politischer Kost und Gegensätzlichkeit zu parteiübergreifenden Lachsalven führte.
Wir durften eineinhalb Stunden seinen einsichtigen Erklärungen lauschen, die vielfach schon kabarettistischen Charakter hatten,
Nach diesem entspannten Event traten alle Genossinnen und Genossen in guter Stimmung die Heimreise an mit der Überzeugung „wir sind noch präsent und stark“ entgegen aller Wahlprognosen.


