Auf der Sitzung des Gemeinderats am 24.03.2015 haben die SPD-Fraktion und die Fraktion Grüne Liste den Antrag eingebracht, Stolpersteine für Bad Schönborn zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu verlegen.”
Antrag:
Die Gemeindeverwaltung ermittelt in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Ortschronik, dem Aktionsbündnis „Zeichen setzen“ und den örtlichen Schulen, für welche Opfer des Nationalsozialismus solche Stolpersteine wo verlegt werden können und genehmigt die Verlegung.
Die Gemeindeverwaltung ruft Einwohner dazu auf, für die Stolpersteine zu spenden und organisiert die Verlegung.
Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Stolpersteine sind ähnlich groß wie ein Pflasterstein. Auf der Oberseite wird eine individuell beschriftete Messingplatte angebracht.
Dr. Klaus Gaßner hat während seiner Rede beim Neujahrsempfang 2015 der Gemeinde empfohlen, mehr Geschichtsbewusstsein zu entwickeln. Dies fängt bei den von ihm als Beispiel genannten Straßenbenennungen an und führt auch zu den Menschen, die in Bad Schönborn lebten, bevor sie Opfer des Nationalsozialismus wurden.
Stolpersteine werden vor dem letzten frei gewählten Wohnhaus der Opfer des Nationalsozialismus (jüdische Bürger, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, religiös Verfolgte, Homosexuelle und Euthanasieopfer) in das Pflaster des Gehwegs eingelassen.
Stolpersteine wurden z.B. im November 2014 in Wiesloch, Hockenheim und Heidelberg und werden voraussichtlich im April 2015 auch in Bruchsal verlegt.
“Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitiert Gunter Demnig den Talmud. Mit den Steinen vor den Häusern, wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die vor über 70 Jahren hier in Bad Schönborn wohnten.
Mittlerweile finden sich in über 500 Orten Deutschland und in mehreren Ländern Europas Stolpersteine. Das Kunst- und Erinnerungsprojekt ist hoch angesehen. Die Auszeichnungen und Preise sprechen für sich. 2005 erhielt Demnig dafür das Bundesverdienstkreuz.
Wir meinen, dass es an der Zeit ist, auch an die Opfer des Nationalsozialismus in Bad Schönborn auf diese Art und Weise persönlich zu erinnern.
Die Ortschronik, das Bundesarchiv und andere Quellen belegen die Namen von einem Dutzend jüdische Bürger, die in Mingolsheim oder Langenbrücken vor ihrer Ermordung oder Emigration gewohnt haben. Zu den anderen Opfergruppen, wie z.B. politisch Verfolgte, religiös Verfolgte, Homosexuelle, Euthanasieopfer oder Sinti und Roma gibt es noch keine uns bekannten Angaben.
HS