Exkursion zum geplanten Retentionsraum Elisabethenwört

Veröffentlicht am 06.05.2015 in Ortsverein

Der Einladung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Joachim Pöschel zur Erkundung des geplanten Retentionsraumes = Überschwemmungsgebiet bei Hochwasser = InselElisabethenwört folgten interessierte Bürger, die sich während der Exkursion am 02.05.2015 sehr kundig einbrachten. Nach der Begrüßung übergab er die „Leitungan Robert Notheisen, der nun die Führung übernahm.

Lt. Regierungspräsidium stehen drei Planungsvarianten in der Diskussion. Eine jeweils geregelte oder ungeregelte kleine, eine mittlere und eine große Variante.

 

Am Brechtsee wurde die Baden-Württembergische Grenze zur rechtsrheinischen Rheinland-Pfalz überschritten und die für alle drei Alternativen gemeinsam geltenden nördlichen Grenzen am Huttenheimer Bootshaus bzw. am südlichen Ufer des Schrankenweihers besichtigt. 

 

Die Erkundungsstrecke führte dann entlang des künftig bei ungeregelter Flutungnicht mehr vorhandenen Hochwasserdammes bis zum Alten Minthesee. Dabeiüberzeugten sich die Teilnehmer von der wahrlich riesigen Planungsfläche. Auf knapp halber Strecke kehrte man wieder zurück in’s „Ländle“.

 

Im Überschwemmungsgebiet rund um den Minthesee konnten sich die Teilnehmer überzeugen, welche Mengen an Wohlstandsmüll das Hochwasser nach seinem Rückzug in sein Bett in der Natur hinterlässt.

 

In der Fortsetzung wurde die Pfinzdückerung auf Gemarkung Rußheim als südliche Grenze der großen Planungsvariante besichtigt.

 

Über die Brücken über den Pfinzkanal und den Rußheimer Altrhein befuhren die Interessenten den Weg linksseitig des Altrheins in Richtung Norden und konnten sich von der beeindruckenden natürlichen Artenvielfalt der Auenlandschaft überzeugen. 

 

Gegenüber der Jägerschrittschleuse wurde der Verlauf des geplanten Querdammes für die mittlere Planungsvariante erläutert. Auch hier befindet sich das Wachstumsgebiet der in Baden-Württemberg sehr seltenen Wassernuss. Einige ausgereifte Früchte befanden sich direkt am Uferrand.

 

Besichtigt wurde dann die landwirtschaftlich genutzten Flächen mit seinen imposanten Streuobstwiesen und den großflächigen Rollrasenkulturen.

 

Auch an dieser Stelle war man wieder über die Ausmaße der verplanten Fläche aller drei Planungsvarianten überrascht.

 

Weiter ging die Exkursion zur Alten Eiche im natürlich belassenen Bannwald. Dieser Wald ist ein beeindruckendes Beispiel für einen Auwald, der ohne irgendwelche menschliche Eingriffe existiert und dadurch Lebensraum fernab des Menschen für viele Lebewesen bietet.

 

Den Abschluss bildete dann der Besuch des Schrankenweihers mit dem Kurfürstenbau. Das an den Besuch von Kurfürst Karl Theodor erinnernde und um das Jahr 1788 errichtete Denkmal befindet sich heute leider in einem bedauerlich schlechten Zustand.

 

Abschließend waren sich alle Teilnehmer darüber einig, dass diese Naturlandschaft in ihrer jetzigen Schönheit erhalten werden muss. Seit seiner Unterschutzstellung durch Obere Baden-Württembergische und Rheinland-Pfälzische Naturschutz-behörden wurde seine Existenz nicht nur von unseren Einwohnern akzeptiert, sondern auch als Naherholungsgebiet besonders geschätzt. 

 

Einigkeit bestand unter den Teilnehmern, dass man sich für eine Null-Lösung einsetzen muss. Mit der Schaffung des Polders Rheinschanzinsel haben die Philippsburger ihren Beitrag zur Solidarität mit den übrigen Rheinanliegern bereits geleistet. Abzuwarten wäre ob nach der Fertigstellung des 12. Polders ein 13ter (Elisabethenwört) noch zwingend notwendig wäre.

 

Bedanken möchte ich mich noch bei den Teilnehmern für die rege Kommunikationund die angenehme Zeit, die wir miteinander verbrachten.

 

Christiane Notheisen

 

 

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