
Unsere Eremitage ist ohne Frage ein ganz besonderer Ort – das wurde am Festakt anlässlich 300 Jahren Grundsteinlegung noch einmal deutlich.
Als SPD waren wir an diesem Tag als Mitwirkende und Besucher zahlreich vor Ort, um „unsere“ Eremitage zu feiern – die weit mehr ist als nur ein Schlösschen. Die Eremitage ist vielmehr ein Ort, der vieles über uns und unsere Geschichte erzählt – und auch in Zukunft eine wichtige Rolle für Waghäusel spielt.
Erbaut ab 1724 als Jagdschloss vom Speyerer Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn ist die Eremitage ein Symbol der absolutistischen Herrschaft: Kaum ein Amt versprach so viel Macht wie das des „Fürstbischofs“ – der Titel konnte nach Lust und Laune durchregieren, befehlen, anschaffen, durchsetzen, und wenn es sein musste, auch Andersdenkende zum Schweigen bringen. Es waren die französische Revolution und Napoleon, die der Vorherrschaft der Bischöfe ein Ende setzten.
Die Eremitage wurde 1837 Sitz der Südzucker AG – als SPD haben wir uns lange dafür eingesetzt, dass mit den Silos die Zeugnisse unserer Industriegeschichte auch noch in Zukunft erhalten bleiben. Dennoch wurden vor vier Jahren mit den Silos die letzten Überbleibsel der Zuckerproduktion abgerissen.
Unter dem Motto „Freiheit, Wohlstand und Bildung für alle“ war die Eremitage im Jahr 1849 ein Ort der Demokratiegeschichte. Badische Revolutionäre, Vorkämpfer der Demokratie, wurden hier von preußischen Truppen blutig niedergeschlagen. Ihr Traum der Demokratie lebte weiter – und wurde 1919 mit der Weimarer Republik Realität.
Sie war Zeichen der Feudalherrschaft, der Industriegeschichte und des Kampfes für Demokratie – welches Symbol kann unsere Eremitage in Zukunft sein? Um die Eremitage entsteht ein Ort für Kunst und Kultur – mit Museum, Musikschule und Festivalgelände. Als SPD wollen wir die Eremitage als Kulturstandort ausbauen – und zum kulturellen Zentrum unserer Stadt machen. Zu einem Gelände, das uns alle zusammenbringt.


